Immer öfter werden wir gefragt, wie sich ein Mini-Wohnwagen auf den Verbrauch und die Reichweite eines Elektroautos auswirkt. Eine exakte Berechnung ist schwierig, aber wir teilen gern die Praxiserfahrungen unserer Tester Jan & Laura. An mehreren Wochenenden haben sie verschiedene Teardrop Trailer Modelle mitgenommen, um zu sehen, wie sich ein kleiner Wohnwagen auf die Reichweite eines E-Autos auswirkt.
Test 1: Camping im Herbst mit Freunden
- Wann: Oktober
- Temperatur: ca. 15 °C
- Personen: 4 Personen + Hund
- Auto: Skoda Enyaq 85v / 77 kWh Batterie
- Modell: Kulba Rebel inkl. Thule Approach L Dachzelt
- Gewicht Mini-Wohnwagen: 660 kg + Dachzelt = 730 kg
Jan & Laura waren mit zwei Freunden unterwegs – insgesamt also zu viert. Deshalb entschieden sie sich für einen kleinen Wohnwagen mit Dachzelt, damit für alle genug Schlafplätze vorhanden waren. Um den zusätzlichen Luftwiderstand des Dachzelts zu begrenzen, wählten sie eines der schlankeren, klappbaren Modelle: das Thule Approach L.
Zuerst betrachteten sie ihren Verbrauch in der Woche ohne Mini-Wohnwagen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h. In dieser Woche erreichte Jan einen Durchschnittsverbrauch von 19 kWh/100 km.
Am Wochenende fuhren sie zu einer Campspace in Wachtebeke. Die Strecke verlief größtenteils über die Autobahn mit maximal 100 km/h. Mit dem Kulba Rebel und dem Dachzelt stieg der Verbrauch auf 25,5 kWh/100 km, was einem Mehrverbrauch von 34 % entspricht.

Lade-Erfahrungen
Mit einem Teardrop Anhänger hinter dem Auto kann man nicht jede Ladesäule problemlos nutzen – vor allem wegen der Länge des Gespanns und der eingeschränkten Wendigkeit. Drive-through-Ladepunkte (Durchfahrtslader) sind hier am praktischsten. Bei den meisten Fastned-Stationen und Schnellladern an der Autobahn ist das kein Problem. In Apps wie A Better Routeplanner (ABRP) kann man solche Ladepunkte sogar gezielt filtern.
Ein klarer Vorteil eines Mini-Wohnwagens unter 4 m Länge: Man kann ihn problemlos auf einem normalen Parkplatz abstellen und anschließend das E-Auto separat laden. Das Abkuppeln und Abstellen des kleinen Wohnwagens dauert höchstens 5 Minuten, danach fährt man einfach mit dem Auto zur Ladesäule.
Währenddessen hat man die gut ausgestattete Außenküche dabei und kann in Ruhe Mittag essen – die ideale Pause an einem Reisetag.
Ladestrategie unterwegs
Wir haben festgestellt, dass es sinnvoll ist, immer mit ausreichend Reserve zu laden. Steigungen oder Staus können den Verbrauch schnell nach oben treiben. Daher entschieden sich Jan & Laura, jedes Mal bis mindestens 80 % zu laden.
Die letzten 20 % laden grundsätzlich langsamer, weshalb kürzere, dafür aber „intelligentere“ Ladestopps insgesamt effizienter sind.

Test 2: Valentinswochenende bei Frost
- Wann: Februar
- Temperatur: ca. 0 °C
- Personen: 2 Erwachsene, Kind & Hund
- Auto: Skoda Enyaq 85v / 77 kWh Batterie
- Modell: Kulba Woody
- Gewicht Mini-Wohnwagen: 600 kg
Für ein Valentinswochenende brachen Jan & Laura erneut auf – diesmal mit ihrem 11 Monate alten Sohn Florian und ihrem Hund. Die Temperatur lag Tag und Nacht um den Gefrierpunkt, tagsüber schien allerdings die Sonne.

Dieser Test wurde mit einem Kulba Woody statt dem Rebel durchgeführt. Der Woody ist etwas leichter, unter anderem durch kleinere Räder und eine andere Ausstattung. Es war keine Dieselheizung eingebaut, und einige Schränke wurden entfernt und durch ein Kinderbett (140 cm) ersetzt.
Das Ziel war eine Campspace in Serskamp, die überwiegend über Land- und Regionalstraßen erreichbar war, also weniger lange Autobahnpassagen.
Aufgrund der Kälte stieg der allgemeine Referenzverbrauch des Autos ohne Mini-Wohnwagen von
19 kWh/100 km (Oktober) auf 23,5 kWh/100 km (Februar).
Mit dem Kulba Woody kamen sie auf 30,5 kWh/100 km, das entspricht einem Mehrverbrauch von 30 %.
Der Woody ist leichter, und im Auto saßen nur zwei Erwachsene statt vier. Daraus können wir schließen, dass die Frosttemperaturen keinen wesentlichen Einfluss auf den zusätzlichen Verbrauch durch den Teardrop Trailer hatten. Die Kälte erhöht vor allem den Grundverbrauch des Fahrzeugs, nicht aber den prozentualen Aufschlag durch den kleinen Wohnwagen.

Verbrauch optimieren
Du möchtest deinen Verbrauch möglichst niedrig halten? Dann ist 90 km/h die ideale Reisegeschwindigkeit. Mit einem Mini-Wohnwagen fährst du in diesem Tempo häufig im Windschatten von Lkw, was den Energieverbrauch spürbar reduziert.
In unseren Tests ist der Verbrauch dadurch im Schnitt um etwa 3 kWh/100 km gesunken. Für längere Strecken ist dies wahrscheinlich das optimale Szenario. Für kürzere Fahrtage kannst du natürlich schneller fahren und erst am Tagesziel in Ruhe laden.
Zusammengefasst
Ein Mini-Wohnwagen bzw. Teardrop Anhänger führt erfahrungsgemäß zu etwa 30–35 % Mehrverbrauch beim Elektroauto.
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Kälte erhöht den Basisverbrauch des E-Autos, verändert aber den prozentualen Mehrverbrauch durch den Wohnwagen nur gering.
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Eine Reisegeschwindigkeit von 90 km/h ist ein guter Kompromiss aus Tempo und Effizienz, vor allem im Windschatten von Lkw.
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Drive-through-Ladesäulen und eine gute Planung mit Apps wie ABRP machen Reisen mit Teardrop Trailer und Elektroauto sehr gut machbar.
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Ein kleiner Wohnwagen unter 4 m Länge lässt sich leicht separat parken, sodass das Auto komfortabel und flexibel geladen werden kann.
Zusammenfassend hier eine kurze Übersicht:
| Referenzverbrauch | Verbrauch mit und ohne Dachzelt | Verbrauchssteigerung in % | |
| Teardrop-Trailer mit Dachzelt (Temperatur: ca. 17 °C) | 19 kWh/100 km Reichweite: ca. 400 km |
25,5 kWh/100 km Reichweite: ca. 300 km |
34,2 % |
| Teardrop-Trailer ohne Dachzelt (Minustemperaturen) | 23,5 kWh/100 km Reichweite: ca. 325 km |
30,5 kWh/100 km Reichweite: ca. 250 km |
29,7 % |
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Dieser Artikel und die Testergebnisse wurden von Droplife, offiziellem Kulba Teardrop Trailer Händler in Belgien, zur Verfügung gestellt. Die Tests wurden mit der Mietflotte von Kulba Mini-Wohnwagen von Droplife durchgeführt.
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